Die Kunst, immer wieder aufzustehen

Justus Nieschlag beim Ironman 70.3 Kraichgau (2024)
Justus Nieschlag beim Ironman 70.3 Kraichgau (2024)

Justus Nieschlag ist Deutscher Meister auf der Sprintdistanz, Junioren-Europameister, Vize-Europameister, Junioren-Vize-Weltmeister und Vize-Weltmeister bei den Super League Triathlon Arena Games. 2021 erfüllte er sich seinen großen Traum von der Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokyo. Mittlerweile setzt der 32-Jährige auch auf der Mitteldistanz einige Ausrufezeichen.

Persönliches

Justus, Du warst noch ein Kind, als Du Deinen ersten Triathlon absolviertest. Kannst Du Dich noch daran erinnern?

Ja, klar, das war ein Schülertriathlon, damals noch mit Mountainbike und Baumwollshirt in der Wechselzone.

Was hast Du von Deinen Eltern fürs Leben mitbekommen?

Mein Vater ist während seines Studiums joggen gegangen. Ansonsten haben beide wenig mit Sport am Hut. Beiden war es gleich wichtig, dass ich mein Studium abschließe, bevor ich mich voll und ganz auf den Sport fokussiere.

Während Deiner Zeit als DTU-Kaderathlet warst Du auch Sportsoldat. Was ist Dir davon bleibend in Erinnerung geblieben, das Dir heute beim Sport hilft?

Die Grundausbildung war ziemlich beeindruckend. Durch das europäische Arbeitsschutzgesetz hat sich diese mittlerweile ja stark verändert. Meine Grundausbildung lag noch davor, da durften wir noch 24 Stunden lang getriezt oder bespaßt werden (lacht). Manchmal waren wir bis nachts um 2.00 Uhr unterwegs und mussten um 4.00 Uhr wieder aufstehen. Das härtet einen dann schon ein bisschen ab – auch einfach mal in anderen Lebenslagen klarzukommen. Da irgendwo im Wald sich ein Feuerchen zu machen und das zu essen, was es gerade so gibt, aber auch durchzuhalten, wenn es da draußen schweinekalt ist. Ich bin eigentlich eine Frostbeule, ein Warmduscher – da im deutschen Winter im Wald zu liegen und auszuharren, das macht was mit einem. Rückblickend war es eine sehr lustige Zeit, in dem Moment selbst eher semilustig. Aber ich denke, da kann man schon einiges mitnehmen.

Welchem Beruf würdest Du wohl nachgehen, wenn es im Triathlon nicht geklappt hätte?

Ich habe auch auf Lehramt angefangen, mit den Fächern Sport und Mathematik. In Saarbrücken wechselte ich dann aber doch zur reinen Sportwissenschaft. Hin und wieder hatte ich dann schon wieder überlegt, noch mal zum Lehramt zurückzugehen. Jetzt habe ich beide Seiten kennengelernt: Als Trainer kommen die Leute, weil sie Bock drauf haben. Und als Lehrer ist man in der Funktion eines Trainers oder Übungsleiters und muss Leute motivieren, die eigentlich keinen Bock haben. Und da habe ich keine Lust drauf. Deshalb sehe ich meinen Weg eher in der Sportwissenschaft.

Wo liegen Deine persönlichen Stärken?

Ich bin recht strukturiert und zuverlässig.

Und beim Triathlon?

Mein Kampfgeist. Ich kann mich ganz gut ausquetschen wie eine Zitrone. Also hinten raus so Richtung Finish noch mal eine Schippe drauflegen, das funktioniert eigentlich immer ganz gut bei mir.

Was ist Dein größtes Laster, Deine persönlichen Schwächen?

Ich neige dazu, mich manchmal zu überschätzen. Was sich dann auch durch Verletzungen widerspiegelt … und somit auchim Grunde die Konstanz. Um dauerhaft sehr gute Leistungen bringen zu können, muss ich eine gewisse Zeit erst mal verletzungsfrei durchtrainieren. Im Alltag ist es manchmal so eine gewisse Faulheit. Wenn ich vom Training so kaputt bin, dann chille ich schon ziemlich gerne …

Und wie chillst Du?

Unterschiedlich. Ich habe immer so Phasen, da lese ich super gerne Bücher, und dann gibt es wieder Phasen, da lese ich ein Dreivierteljahr gar kein Buch. Ansonsten gucke ich gerne mal einen Film, relaxe, spiele Spiele und gehe spazieren.

Gibt es Dinge, auf die es Dir besonders schwerfällt, zu verzichten?

Ernährungstechnisch vermisse ich gar nichts. Bei mir ist es der Urlaub. Die Saisonpause liegt immer so, dass es in Deutschland nicht mehr so richtig gut möglich ist, Urlaub zu machen – und wenn man das ganze Jahr durch die Gegend gereist ist, fehlt bei mir meistens die Motivation, noch mal irgendwo hinzufliegen. Und auch die Feiertage: Ob Neujahr oder Weihnachten – das ist immer stressig, denn ich kenne keine Feiertage, da wird dann halt das Training durchgezogen. Ski fahren vermisse ich auch. Ich weiß gar nicht mehr, wann ich das das letzte Mal gemacht habe, in meiner Kindheit auf jeden Fall regelmäßig. Da beneide ich meine Familie schon, dass die das hin und wieder macht. Ich denke mir: Na geil, würde ich auch gern mal. Aber geht halt nicht …

Was macht Dich wütend?

Wenn irgendwas nicht pünktlich abläuft. Man ist für eine gewisse Uhrzeit verabredet, und dann geht das nicht oder es zieht sich ewig in die Länge. Also auch unnötiges Warten. Das mag ich nicht.

Wann hast Du zum letzten Mal etwas richtig Verrücktes oder Unvernünftiges gemacht?

Mit dem Alter wird man ja auch vernünftiger. In einem der letzten Trainingslager bin ich Motorboot gefahren und fand das richtig geil. Das Ding hatte auch richtig Bums. Allerdings habe ich keinen Bootsführerschein, durfte aber trotzdem mal ein bisschen Captain spielen. Aber so unvernünftig war das nun auch wieder nicht …

Du bist schon viel in der Welt rumgekommen. Welches Land hat Dich besonders fasziniert?

Bei mir war es Neuseeland. Da war ich zweimal für ein Rennen. Einmal nur ein Wochenende. Ich glaube, ich bin länger hingeflogen, als ich dann vor Ort war. Von der Natur habe ich eigentlich nur Bilder gesehen. Ich werde auf jeden Fall noch mal dort hinreisen und mir das Land angucken, da habe ich richtig Bock drauf. Insofern spielt mir in diesem Jahr die Ironman 70.3-WM in die Karten, die Mitte Dezember in Taupō auf der Nordinsel Neuseelands ausgetragen wird.

Justus Nieschlag beim Ironman 70.3 Kraichgau (2024)
Justus Nieschlag beim Ironman 70.3 Kraichgau (2024)

Aufstehen und Zurückkämpfen

Was war der bisher entscheidendste Moment in Deiner Karriere?

Das ist eine sehr schwierige Frage. Normalerweise würde ich sagen, dass jedes der eingangs beschriebenen Highlights in dem jeweiligen Moment das Schönste war. Aber die Qualifikation für die Olympischen Spiele ist sicherlich etwas ganz Außergewöhnliches. Es ist halt das größte Sportevent, das es gibt – und auch deshalb so besonders, weil es nur alle vier Jahre stattfindet und es im Vorfeld eine extrem hohe Auslese gibt. Es ist nur wenigen Sportlern vorenthalten, da überhaupt teilnehmen zu können. Und wenn man es dann mal schafft, ist das ein unvergessliches Erlebnis.

Und was war für Dich der schönste Moment bei den Olympischen Spielen in Tokyo?

Rein sportlich war es definitiv das Staffelevent, das war superspannend! Ein cooles Format. Und natürlich das Drumherum. Olympia ist ein Erlebnis, was da trotz Corona alles so auf die Beine gestellt wurde – beeindruckend. Was bei mir auch hängen geblieben ist, waren die vielen freiwilligen Helfer. Aber teilweise waren es dann auch zu viele Leute: Einer hatte die Aufgabe, ein Schild zu halten, der nächste musste winken, wo es hingeht … Alles war schon sehr strukturiert und geplant. Improvisation gibt es in diesem Land wohl eher wenig. Von den anderen Sportlern haben wir nicht so viel mitbekommen. Aber wir haben mit den Freiwasserschwimmern in einem Apartment gelebt. Das waren ganz lustige Jungs, da konnten wir uns noch was abgucken und bekamen ein paar Tipps.

Du hast in Tokyo im Einzelrennen nicht wie gewünscht performt. Was ärgert Dich am meisten?

Dass ich die Leistung nicht so abrufen konnte und die Achillessehne wieder Probleme gemacht hat.

Tokyo 2021: Justus Nieschlag im Einzelrennen
Tokyo 2021: Justus Nieschlag im Einzelrennen

Die Zeit danach – insbesondere das Jahr 2022 – war für Dich ein Wechselbad der Gefühle: Schulterprobleme, dann Vizeweltmeister bei der ersten Austragung der Arena Games, danach Sieger beim Ironman 70.3 Kraichgau.

Das war bis jetzt echt extrem verrückt. 2021 hatte ich eine angerissene Achillessehne. Daraufhin wollte ich den Schwerpunkt aufs Radfahren verlegen und verletzte mir bei einem Fahrradunfall die Schulter, musste operiert werden. Normalerweise hat man ja als Triathlet den Vorteil, dass man bei Verletzungen immer noch auf eine der anderen Disziplinen ausweichen kann. Wenn jedoch Fuß und Schulter verletzt sind, wird es eng. Von daher kam ich nach einer längeren Zwangspause wirklich von ganz unten und musste sehr behutsam anfangen: Zunächst konnte ich kaum zwei Minuten locker joggen, und mit dem Schwimmen begann ich erst im Januar, weil die Beweglichkeit in der Schulter erst wiederhergestellt werden musste. Eigentlich war der Plan – realistisch gesehen –, Anfang Mai wieder einzusteigen. Dann startete ich aber doch deutlich früher, beim ersten Europacup über die olympische Distanz in Portugal. Ich wurde Elfter. Nach den beiden Verletzungen etwas sehr Positives. Bei den Arena-Games konnte ich auf einmal wieder vorne mitschwimmen, und auf dem Laufband ging es besser als erwartet. Kraichgau lief dann auch noch super, obwohl die Vorbereitung nicht so optimal war. Kurzum, bis dahin war alles „over the top“, ich startete voll durch, womit niemand rechnete. Aber danach war ich echt platt. Ursprünglich war noch der Weltcup in Mexiko geplant, jedoch hatte ich mir wie einige andere Athleten auch einen Magen-Darm-Infekt eingefangen. Und damit war der harte Wendepunkt der bis dahin sehr guten Saison eingeläutet.

Und mit der Absage des WTCS Hamburg war auch die Chance auf die Heim-EM in München verpasst …

Das war schon sehr bitter. Aber es hätte einfach keinen Sinn gemacht. Ich hatte keine Energie, war schlapp und müde und überhaupt nicht konkurrenzfähig. Mittlerweile bin ich alt genug, zu erkennen, wann etwas keinen Sinn macht. Von daher entschied ich, eine Pause einzulegen, und hoffte, in der zweiten Jahreshälfte noch einmal durchzustarten. Das ist ja das Gute: Wettkämpfe finden noch bis Ende November statt, es gibt also noch einige schöne Ziele.

Von außen betrachtet, wirkt Dein Leben immer wie auf einem schmalen Pfad zwischen Himmel und Hölle, zwischen Höhenflügen und Verletzungen. Wie schaffst Du es, Dich mental immer wieder aus den Tiefen rauszuholen? Was motiviert Dich nach Rückschlägen, kurz gesagt: Wie wird man wie Du zu solch einem Stehaufmännchen?

Bei dem, was ich alles an Verletzungen durchgemacht habe, hätte der ein oder andere sicher schon längst aufgegeben. Es ist jedes Mal ein Schlag ins Gesicht. Da bin ich fit, denke, ich habe den Schlüssel gefunden, verletzungsfrei zu bleiben und kann gute Ergebnisse erzielen, und schwups kommt wieder irgendwas um die Ecke und zieht mir den Boden unter den Füßen weg. Aber ich steh wieder auf, habe es ja zuvor schon oft genug geschafft. Sicherlich gibt mir auch diese Erfahrung die Gewissheit, mich wieder zurückkämpfen zu können.

Hast Du keine Selbstmitleidsprobleme, wenn das Schicksal wieder zuschlägt?

Nein. Mich ärgert es dann schon immer, und ich brauche auch erst mal ein wenig Abstand, um die Energie für das zu bekommen, was ansteht. Ich lege dann 150 Prozent in die Reha-Prozesse. Die Schulterprobleme und auch die Achillessehnenbeschwerden heilten deshalb so schnell, weil ich mich jeden Tag voll reingekniet habe, um gesund zu werden. Ich glaube, dass ich deshalb auch so schnell wieder zurückkomme, weil ich in den Verletzungsphasen nicht aufgebe, sondern über mehrere Wochen alle Kraft in die Gesundung gebe. Schließlich hat es sich ja auch gelohnt, und ich wurde belohnt. Aber auf Dauer schlaucht das allerdings schon. Irgendwann ist der Tank leer, und dann brauche ich wieder Zeit, bis er wieder aufgefüllt ist, vor allem, wenn man viele Rennen macht. Und die Rennen tun auch mehr weh, sich bis an eine akzeptable Grenze zu pushen, das ist mental und körperlich ganz schön anstrengend. Alles tut extrem weh, vor allem nach der Mitteldistanz, da kann ich vier Tage lang nur rückwärts die Treppen runtergehen.

Welchen Tipp hast Du für alle, die immer wieder mit Verletzungen kämpfen?

Ich setze mir während der Reha immer kleine Ziele für den Genesungsprozess: Zum Beispiel wollte ich unbedingt vor Weihnachten wieder ins Schwimmbad. Das habe ich auch gemacht, obwohl ich noch nicht richtig schwimmen konnte. Aber es gab mir einen zusätzlichen Motivationsschub. Sich für diesen Prozess häppchenweise Ziele zu setzen, das hilft mir immer, und das kann ich jedem weiterempfehlen.

Justus Nieschlag beim Ironman 70.3 Kraichgau (2024)
Justus Nieschlag beim Ironman 70.3 Kraichgau (2024)
Soziales Engagement Vor dem Hintergrund, dass der Cousin von Justus Nieschlag mit 26 Jahren an Krebs verstarb, sammelte Justus Geld für die Krebshilfe. Sein Plan war, mit einem Charity-Ride einmal das Saarland zu umrunden, also rund 310 Kilometer. Doch dann machte die Schulterverletzung einen Strich durch die Rechnung. Trotzdem wollte er die Aktion unbedingt durchziehen, und so entstand die Idee, dass er ja auch auf der Rolle fahren könnte. Zwift erstellte daraufhin ein Event mit einer schönen Route für eine Stunde, bei der auch jeder dazukommen konnte. Am Ende konnten etwas mehr als 10.000 Euro an die Krebshilfe überwiesen werden. Dies war ein voller Erfolg, über den er sich riesig freute. Fortsetzung nicht ausgeschlossen.

Ausblick

Ursprünglich wolltest Du die Leistung von Tokyo so nicht stehen lassen und es in Paris 2024 besser machen. Dieses große Ziel zerschlug sich bereits im letzten Jahr. Wie bist Du damit umgegangen?

Vor dem Hintergrund, dass mir die Entscheidung für eine mögliche Qualifikation vom Verband quasi abgenommen wurde, habe ich mich im vergangenen Jahr – auch wenn ich im ersten Moment schon daran zu knabbern hatte – damit gar nicht mehr „belastet“. Ohne entsprechende Rückendeckung machte es für mich wenig Sinn, den Traum von einer zweiten Olympiateilnahme weiter zu verfolgen. Von daher stand in 2023 bereits ziemlich früh im Jahr mein triathletischer Weg für die Zukunft fest: ich verlege meinen Schwerpunkt auf die längeren Distanzen, um dort nicht nur neue Ziele zu verfolgen, sondern auch entsprechende Akzente zu setzen.

Vorausgesetzt – wir haben bereits darüber gesprochen – Du bist gesund! Wie geht es Dir aktuell?

Auch wenn ich alle Verletzungen und Wehwehchen noch nicht zu 100 Prozent auskurieren konnte, geht es mir gesundheitlich recht gut. Insbesondere die Wochen nach dem für mich unbefriedigenden 25. Platz bei der Ironman 70.3-WM in Lahti nutzte ich dazu, die Ursachen für meine Achillesbeschwerden zu finden, um mit der Unterstützung der medizinischen Experten jene langfristig in den Griff zu bekommen und zu beheben. Mittlerweile sind wir auf diesen Gebieten deutlich, deutlich weiter und haben einen Nerv an der Außenseite der Achillessehne lokalisiert, von dem die Schmerzen ausgehen. Neben physiotherapeutischen Maßnahmen sorgt auch die Umstellung der Lauftechnik zu einer erheblichen Entlastung dieses Bereichs. Aktuell sieht all das sehr vielversprechend aus und hoffe, dass das auch so bleibt. Schließlich konzentriere ich mich lieber auf das Wesentliche als Brandherde zu löschen.

Wie schaffst Du es – gemeinsam mit Deinem Trainer Dan Lorang – den Spagat zwischen zu viel/zu intensiv und „zu wenig“ Training umzusetzen?

Dan und ich tauschen die Trainingsdaten über eine Online-Plattform aus, wo letztendlich alle Informationen, die am Handgelenk, mit dem Radcomputer oder – wie beispielsweise auf dem Gebiet der Regeneration – manuell erfasst werden, zusammenlaufen. Zudem stehen wir darüber hinaus regelmäßig unregelmäßig in Kontakt, wenn wichtige Entscheidungen anstehen und/ oder unvorhergesehene Ereignisse passieren, telefonieren und besprechen wir uns natürlich auch persönlich. Im Umkehrschluss bedeutet dies, wenn wir nichts voneinander lesen oder hören, ist alles im grünen Bereich. Ein sehr großer Vorteil und extrem hilfreich ist auf jeden Fall, dass wir uns seit Jahren sehr gut kennen. Insofern sind Dan meine orthopädischen Probleme beim Laufen seit jeher sehr bewusst. Aktuell setzen wir deshalb auch mehr auf Grundlage als auf Intensitäten. Und wenn intensive Laufeinheiten anstehen, sind jene mit Bedacht gewählt: niedrigere und kontinuierliche Intensitäten ist bekanntlich mehr als einmal zu viel überzocken!

Was sich auch mit dem zweiten Platz beim kürzlichen Ironman 70.3 Kraichgau bezahlt gemacht hat. Was motiviert und treibt Dich auf der Mitteldistanz an?

Die Freude am Sport, am Triathlon ist weiterhin ungebrochen. Natürlich bringt die Mitteldistanz – neben der Non-Drafting-Regel auf dem für Kurzdistanzler ungewohnten Zeitfahrrad – auch ein ganz anderes Anforderungsprofil mit sich. Ein großer Vorteil ist auf jeden Fall, dass der „Arbeitstag“ vergleichsweise lang ist, an dem sehr viel passieren kann. Gerade wenn es in einer Disziplin gar nicht läuft, bedeutet dies nicht, dass das Rennen gelaufen ist, im Gegenteil. Ein schwächeres Schwimmen oder suboptimales Zeitfahren kann durch einen Sahnetag beim Lauf wettgemacht werden. Auch wenn sich die Ziele durch den „Wegfall von Olympia“ verschoben haben, ist die Motivation unverändert hoch, denn auch auf den längeren Distanzen gibt es eine Vielzahl an schönen und herausfordernden Wettkämpfen, Serien und Meisterschaften. Umso mehr fiebere ich schon jetzt der Teilnahme am Challenge Kaiserwinkl-Walchsee entgegen, von der ich nur Gutes gehört habe. Ich freue mich auf eine abwechslungsreiche profilierte Radstrecke mit einer flachen Laufstrecke um den See, hoffentlich bei bestem Wetter und einem tollen Publikum. Die Tatsache, dass ich derzeit schmerzfrei trainieren und Wettkämpfe bestreiten kann, ist Belohnung genug, hält die Motivation entsprechend hoch und macht Freude auf weitere Rennen in 2024.

Justus Nieschlag im World Wide Web

Homepage
Instagram
Facebook

Titelbild tritime (Ausgabe 4-2022)

tritime 4-2022 | Justus Nieschlag
tritime 4-2022 | Justus Nieschlag

Interview: Tabitha Bühne und Klaus Arendt
Fotos: Andre Trunk (Zielfoto Ironman 70.3 Kraichgau), Ricco Hoffmann (Swim und Bike Ironman 70.3 Kraichgau) und Screenshot vom Olympia-Live-Stream der ARD