Konstantin Bachor beendet seine Profikarriere

Seinen letzten Sieg konnte der 35-Jährige im Oktober 2018 beim ICAN Triathlon in Norhausen feiern. Warum Konstantin nun aufhört, verrät uns der Familienvater im Interview.

Konstantin, wir haben gehört, dass du deine Profikarriere beendet hast. Ist das richtig?
Ja, ich arbeite nun Vollzeit bei der Polizei und bin seit 1. Oktober 2019 Diensthundeführer.

Was hat dich dazu bewogen, deine Karriere in der zwölften Saison als Profi an den Nagel zu hängen?
Der Hauptgrund dafür ist die Familie. Ich möchte für meine vierjährige Tochter mehr Zeit haben – auch am Wochenende. Als Mitglied im Sportförderprogramm der Polizei Niedersachsen habe ich 20 Stunden unter der Woche gearbeitet und musste daher immer viel Training auf die Wochenenden verlagern. Das war jahrelang eine tolle Herausforderung, aber es ist mir immer schwerer gefallen, sonntagmorgens vom Frühstückstisch aufzustehen und längere Trainingsrunden zu drehen.
Zudem hatte ich letztes Jahr einen schweren Radsturz bei dem ich mir meine Hand zweimal gebrochen habe. Diese Verletzung ist immer noch nicht komplett verheilt und behindert mich immer noch in harten und intensiven Trainingswochen.

Was waren die schönsten Momente in deiner Laufbahn?
Da gibt es sicher mehrere. Chronologisch gesehen war es in der Anfangszeit meiner Triathlonkarriere mein erster gesponsorter Neoprenanzug. Damals dachte ich, dass ich jetzt ein richtiger Triathlonprofi bin. Bis zuletzt habe ich mein gesponsortes Material immer sehr zu schätzen gewusst. Ein unvergesslicher Moment war natürlich mein wohl größter Erfolg, der 2. Platz beim Ironman Lanzarote 2011. Ich hatte mich damals sehr professionell auf Fuerteventura vorbereitet und wurde für die harte Arbeit belohnt. Und in jüngster Vergangenheit war es das Überqueren der Ziellinie mit meiner Tochter auf den Schultern. Es war toll, diese Erlebnisse mit ihr zu teilen.

Auf welche Erlebnisse hättest du gerne verzichtet?
Dazu fallen mir in erster Linie meine Verletzungen ein – sie haben mir leider die letzten Jahre deutlich vermiest und damit meine ich meine zwei Knieoperationen und den Fahrradsturz von letztem Jahr. Enttäuschend war auch immer wieder von Athleten geschlagen zu werden, die bereits positiv auf Doping getestet worden waren und zu sehen, dass nichts dagegen getan wurde.

Du warst immer nah dran, an den grossen Erfolgen, aber der richtige Durchbruch ist dir nie so richtig gelungen. Weißt du im Nachhinein woran es lag? Lag es am Spagat zwischen Profileben und Berufsleben oder hat einfach nur das Quäntchen Glück im richtigen Moment gefehlt?
Das war sicherlich am Ende eine Kombination aus mehreren Faktoren. Grundsätzlich war es immer anstrengend, Beruf und Sport zu verbinden. Zu Beginn meiner Profikarriere gab es noch einige andere Athleten die Job und Sport unter einen Hut bringen mussten. Mit der Zeit, hatte ich das Gefühl, dass sich der Sport extrem professionalisiert hat. In vielen Rennen vermasselte mir auch die dritte Disziplin größere Erfolge. Ich konnte mich im Laufen zwar über die Jahre verbessern, aber bis nach ganz vorne hat es einfach nicht gereicht.

Was kommt jetzt – wirst du dem Triathlon in irgendeiner Form erhalten bleiben?
Na klar, nach 20 Jahren Triathlon höre ich doch nicht einfach auf. Der Sport macht mir immer noch Spaß. Ich denke zwar derzeit nicht, dass ich in der nächsten Saison bei größeren Mittel- oder Langdistanzen am Start sein werde, aber ich möchte gerne etwas neues ausprobieren und zum Beispiel einen SwimRun oder einen Extremtriathon absolvieren. Mal schauen, was sich meine Trainerin Susanne Buckenlei für mich einfallen lassen wird.

Danke, Konstantin für das Interview und für die Zukunft alles Gute.

Konstatin Bachor bei seinem zweiten Platz beim Ironman Lanzarote 2011

Interview: Meike Maurer
Fotos: ICAN Nordhausen und privat