Daniela Bleymehl: Die Top 3 sind mein Ziel!

Zuletzt aktualisiert am 20. Juni 2019

Nach ihrem Erfolg in Heilbronn ist Daniela Bleymehl hungrig geworden. Bei der Challenge-Weltmeisterschaft „The Championship“ möchte sie im Kampf um die Siegprämie von 30.000 Euro ein Wörtchen mitreden.

 

Kurz vor der Pressekonferenz im slowakischen Šamorìn unterhielten wir uns mit der 30-Jährigen.

Daniela, bei Deinem Sieg in Heilbronn wirktest Du auf der Laufstrecke sehr leidend. Wie hart war das Rennen?

Meine Renntaktik in Heilbronn war eigentlich ganz einfach. Wenn ich gewinnen will, darf ich Laura (Philipp) nicht entkommen lassen und muss vor ihr vom Rad steigen. Insofern war der Wettkampf schon sehr anstrengend, besonders auf dem Zeitfahrrad, da habe ich alles gegeben. Beim Laufen selbst musste ich wirklich kämpfen: Aufgrund von muskulären Problemen musste ich zwei, drei Wochen mit dem Laufen pausieren und konnte erst zwei Wochen vor dem Start wieder in das Lauftraining einsteigen, allerdings ohne Belastungen. Insofern bin ich froh, dass im Wettkampf alles so gut geklappt hat. Ich gebe zu (lacht), beim Laufen sehe ich immer so angestrengt aus.

Kennst Du mittlerweile die Ursache für die ungewollte Laufpause?

Ich hatte Wadenprobleme und das Gefühl, kurz vor einem Muskelfaserriss zu sein. Da ich schon einmal einen hatte, weiß ich, wie sich das anfühlt und zog deshalb ganz schnell die Notbremse, habe mich geschont und im Trainingslager den Fokus auf das Schwimmen und Radfahren gelegt.

Entscheiden sich mittlerweile die Rennen auch auf den längeren Distanzen immer mehr beim Laufen?

Ich denke schon. Die Leistungsdichte bei den Frauen wird immer enger. Insbesondere beim Radfahren nutzen die Top-Athletinnen die Möglichkeiten der Aerodynamik und Sitzpositionsoptimierungen zunehmend aus. Insofern bekommt die Abschlussdisziplin eine immer größere Bedeutung und wird immer rennentscheidender.

Du hast gerade die Optimierungen beim Zeitfahren angesprochen. Wie sehr machen sich diese bei Dir bemerkbar?

Seit über zwei Jahren bin ich jetzt regelmäßig im Windkanal und auf der Bahn, und die vielen vielen kleineren und größeren Stellschrauben machen sich zunehmend bemerkbar. Die Verbesserungen lassen sich nicht nur anhand der Werte ablesen, sondern ich selbst spüre sie auch, da ich beispielsweise Einstellungen von heute vor zwei Jahren über einen längeren Zeitraum gar nicht hätte fahren können. Da musste ich auch körperlich viel für tun.

Sebastian Kienle hat im vergangenen Jahr zum ersten Mal ein längeres Höhentraining absolviert. Steht so etwas demnächst auch bei Dir an?

Ich hatte es ursprünglich für dieses Jahr eingeplant, allerdings wurde ich krank, sodass ich das auf 2020 verschoben habe. Und nach Frankfurt mit etwas für mich Unbekannten zu beginnen – auch mit Hinblick auf Hawaii –, ist mir dann doch etwas zu riskant.

Am 12. Oktober stehst Du zum zweiten Mal auf Hawaii an der Startlinie. Wie sehr steckt noch 2016 in Deinem Kopf?

Zum Glück gar nicht mehr, zumal ich seitdem – 2016 war insgesamt ein sehr holpriges Jahr – diesbezüglich keinerlei Beschwerden mehr hatte und ich mit viel Vorfreude auf Hawaii blicke.

Aber jetzt steht erst einmal Šamorìn an. Wie ist Deine eigene Erwartungshaltung?

Spannend ist zunächst einmal, ob aufgrund der Strömung und der Wassertemperatur die Schwimmstrecke verkürzt wird. Um meine Chancen auf eine Top-Platzierung zu wahren, muss ich auf jeden Fall beim Zeitfahren einen Rückstand auf Lucy Charles-Barclay aufholen. Und dann wird sich – wie auch schon in Heilbronn – alles wieder beim Laufen entscheiden. Eine Top-3-Platzierung ist auf jeden Fall mein Ziel.

Daniela, ich wünsche Dir für Sonntag viel Erfolg.

Weitere Informationen: thechampionship.de

The Championship

Nach der viel beachteten Premiere im Juni 2017 – das spannende Duell zwischen dem späteren Sieger Lionel Sanders und Sebastian Kienle ist vielen noch in Erinnerung – wird die Challenge-Weltmeisterschaft „The Championship“ am 02. Juni zum dritten Mal im slowakischen Šamorín ausgetragen. Einmalig ist auch die Umsetzung einer 20-Meter-Abstandsregel beim Radfahren, die bei Profis und Altersklassenathleten unisono großen Zuspruch findet. Insgesamt werden 150.000 Euro Preisgeld in gleichen Teilen an die zehn bestplatzierten Damen- und Herren-Profis verteilt. Die beiden Sieger erhalten jeweils 30.000 Euro.

Interview | Fotos: Klaus Arendt