Ausblick: 10. ITU Duathlon WM in Zofingen

Am 03.09.2017 möchten Seppe Odeyn (BEL) und Emma Pooley (GBR) in Zofingen ihre Titel beim bekanntesten und härtesten Duathlon der Welt verteidigen.

 

OK-Präsident Stefan Ruf beantwortet einige Fragen rund um den Klassiker über 10 Kilometer Laufen, 150 Kilometer Radfahren und 30 Kilometer Laufen.

Sind Sie stolz, dass am 3. September dieses Jahres der Powerman Zofingen erneut als ITU Powerman Long Distance Duathlon World Championships ausgetragen wird?
Stolz und erfreut, denn eine WM auszurichten ist etwas sehr Spezielles und nicht selbstverständlich. Es ist Lohn für die in den letzten Jahren ausgezeichnete Arbeit, welche in der Duathlon-Hochburg Zofingen geleistet wurde.

Dass eine bedeutende WM zum zehnten Mal am gleichen Ort stattfindet, ist im Sport eher selten …
Mir ist keine Sportart bekannt, in der zehnmal eine WM eines olympischen Verbands ausgetragen wurde. Für die Schweiz ist das auf jeden Fall einmalig und Zofingen gehört damit sicherlich definitiv und verdientermassen in den Kreis der absoluten Schweizer Top-Events im Sport. Zwar ist Duathlon immer noch eher eine Randsportart, die Kriterien für die WM-Vergabe sind jedoch trotzdem sehr streng. Wir mussten zum Beispiel nachweisen, dass wir auf allen Stufen einen stattlichen Frauenanteil in unserer Organisation haben, was zum Glück schon seit längerem der Fall ist.

Sie sind ja auch noch Vize-Präsident der IPA (International Powerman Association). Sind Sie zufrieden mit der weltweiten Entwicklung der Powerman-Rennen?
Teils teils. Nach dem sehr erfolgreichen letzten Jahr haben wir in Europa mit einigen Herausforderungen zu kämpfen. Kopenhagen, die letztjährige EM, musste wegen Problemen des bisherigen Veranstalters abgesagt werden. Jetzt haben wir zum Glück einen neuen dänischen Partner in Veijle gefunden mit einem Event diesen Herbst. Der Traditionsanlass in Weyer (AUT) pausiert heuer. Dafür haben wir sehr erfolgreiche Europameisterschaften in St. Wendel (D) erlebt. Die asiatischen und südamerikanischen Rennen boomen zum Glück weiter und zum ersten Mal wurde dieses Jahr ein Event in China ausgetragen, ein Meilenstein in der Geschichte des Powerman.

Freuen Sie sich darauf, dass am 9./10. Juni 2018 in Tramelan erstmals ein Powerman-Rennen über die Bühne gehen wird?
Nach über zehn Jahren Pause gibt es wieder einen zweiten Powerman-Event in der Schweiz. Wie früher Burgdorf wieder im Kanton Bern, dieses Mal aber im französischen Kantonsteil. Damit visieren wir natürlich vor allem das Publikum aus der Westschweiz an. Das Team in Tramelan ist sehr motiviert, die Infrastruktur ist erstklassig, die Strecken in der Jura-Landschaft wunderschön.

Gibt es beim 29. Powerman Zofingen Neuerungen?
2017 wird es einige marginale Änderungen geben, jedoch nichts Revolutionäres. In einem Jahr allerdings, dann haben wir die 30. Ausgabe, wird ein weitumfassender Umbau eingeleitet werden, der bis und mit 2019 abgeschlossen sein wird. Im Moment gilt aber der Fokus noch voll und ganz der diesjährigen Austragung.

Welches sind Ihre persönlichen Ziele für den Powerman Zofingen 2017?
Das Hauptziel in diesem Jahr ist, in allen Kategorien die Teilnehmerzahlen zu steigern. Vor allem möchten wir mehr internationale Athletinnen und Athleten in Zofingen begrüssen und ihnen die Schönheit und die Qualitäten unseres Landes näherbringen. Daneben wollen wir, wie jedes Jahr, eine perfekte Organisation abliefern, die es erlaubt, dass alle zufrieden und gesund das Ziel erreichen.

Erstmals in der 28-jährigen Geschichte des Powerman Zofingen konnte im letzten Jahr mit Emma Pooley ein Athletin dreimal in Folge Weltmeisterin werden. Ist die in der Nähe von Zürich lebende Britin auch am 3. September 2017 wieder die Frau, die es zu schlagen gilt?
Zofingen ist wie zugeschnitten auf die Fähigkeiten von Emma Pooley und es ist im Moment nicht absehbar, wer sie am Gewinn des vierten WM-Titels hindern könnte, ausser sie sich selber oder ein technischer Defekt. Aber eventuell wird sich das ja in den nächsten ein bis zwei Jahren ändern, denn bei unserem Sponsor Erdgas steht ja eine Athletin namens Daniela Ryf unter Vertrag.

Bei den Männern gehen mit dem belgischen Vorjahressieger Seppe Odeyn und mit dem Franzosen Gaël Le Bellec (Weltmeister 2015 und 2014) gleich zwei Topfavoriten an den Start. Wer wird gewinnen?
Bei den Männern ist die Liste der möglichen Sieganwärter deutlich länger. Der Vorjahreszweite und Europameister 2017, Felix Köhler (D) und der mehrmalige Medaillengewinner Søren Bystrup (DEN) wollen sich weiter verbessern und das heisst Sieg. Warten wir aber auch noch ab, ob der einte oder andere nationale Verband einen Top-Langdistanz-Triathleten an den Start schickt. Das wäre dann besonders interessant, Triathlon gegen Duathlon.

Heuer feiern Sie Ihr 15-jähriges Jubiläum als OK-Präsident. Wird das Ganze für Sie schon zur Routine?
Ich zähle die vergangenen Jahre nicht, schaue aber immer gespannt in die Zukunft. Was wird diese bringen und was können wir noch erreichen? Ich denke sehr viel, wenn alle Beteiligten mitziehen. Der Powerman Zofingen ist eine Veranstaltung mit internationalem Publikum. Wir sind mit der gleichen Herausforderung konfrontiert wie die meisten Schweizer Firmen: Top-Produkt, aber sehr teuer. Die Vermarktung des Events in Zofingen und die Propagierung der ganzen Powerman-Idee weltweit werden immer wichtiger.

Interview: Raphael Galliker
Fotos: Powerman Zofingen

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