Ein Dank an alle Helfer

Ironman Frankfurt 2015 010Stellvertretend für die vielen freiwilligen Helfer, die sich bei allen Witterungsbedingungen in den Dienst einer Veranstaltung stellen, beschreibt Miriam Stein (Eintracht Frankfurt Triathlon Abteilung) ihren längsten Helfertag des Jahres.

Um 6.40 Uhr starteten die Profimänner ihr Ironman-Rennen am Langener Waldsee. Den Startschuss habe ich mir noch schnell im Livestream bei HR3 angesehen, bevor es auch für mich in die Hitzeschlacht des Jahres gehen sollte. Nicht nur die Athleten bangten seit Mitte letzter Woche, wie sie bei den hohen Temperaturen durch den Wettkampf kommen, auch uns Helfern stellte sich die Frage, wie wir in einer 10-Stunden-Schicht dem zellulären Zerfall entkommen. Bei zivilen 30 Grad celsius im Schatten hatten wir zwei Stunden Zeit, um den Helferstand an der Radstrecke in Bad Vilbel in Schuss zu bekommen. Und da die Führenden für 9.30 Uhr angekündigt wurden, hieß es für die 50 Helfer der frühen Schicht zunächst einmal Bänke und Sonnenschirme aufbauen, Kartons verteilen, zum unvermeidlichen Gruppenfoto anzutreten, und sich möglichst gleichmäßig an die Stände zu verteilen.

Letztes Jahr war ich für den Abfall zuständig gestern entschied ich mich für den Iso-Stand. Was es über Iso zu wissen gibt, weiß ich nun: das Mischungsverhältnis von 3 Päckchen zu 45 Liter Wasser habe ich in meinem Langzeitgedächtnis gespeichert, der Geruch von chemischer Orange steckt mir heute noch in der Nase und sollte ich in den nächsten Tagen spontan Asthma bekommen, könnte es das Isopulver gewesen sein. Wir verquirlten zu viert das Pulver zu einer schmackhaften Brühe und füllten im Akkord gelb-rote Plastikflasche. Wir dachten, wir seien mit zwei Biertischen voll ordentlich aufgereihter Isogetränke präpariert , aber die Ordnung sollte nicht lange Bestand haben. Bei „Frodo“ war noch alles entspannt. Auch das Hauptfeld konnten wir noch einigermaßen versorgen.

Ironman Frankfurt 2015 005_Dieter-MaehlenIso, Wasser oder Cola?
Mit dem rechten Fuß an der weißen Linie boten wir lautstark „Iso“ oder wahlweise „Energy“ an, verwiesen Colasüchtige auf den Stand 50 Meter weiter oben und feuerten jeden an, der sich mit einem gequälten Lächeln an uns vorbei den Heilsberg nach oben schob. Keiner der Helfer hatte viel Zeit, seine Pausen einzuhalten oder einen schattigen Platz aufzusuchen. Mit kalten Duschen direkt aus dem Hydranten, feuchten Handtüchern und viel Sonnencreme blieb es erträglich. Das Hauptfeld war noch nicht vorüber, da wurde der Nachschub an Getränken knapp. Mit der zweiten Schicht rückten frisch geduschte, noch nicht heiß gelaufene neue Helfer an. Es hieß mixen, füllen, verteilen! Und als zwar genug Wasser und Getränke in den Bottichen waren, wurden die Flaschen knapp.

Ironman Frankfurt 2015 032Im Sekundentakt
Die Zeit zwischen 13 Uhr und 15 Uhr hingen wir Helfer abwechseln mit dem Kopf über der Spülschüssel mit nichts als gelb-roten Flaschen vor Händen: tunken, spülen, rein in den Karton, frische Flaschen im Sekundentakt! Erhitzte Athleten verlangten nach Wasser, hektisch wurden leere Flaschen von allen Ecken und Enden des Helferstandes, aus dem Gebüsch oder auch direkt mal aus dem Flaschenhalter durstender Teilnehmer geklaubt. Ich kann es nicht mit Bestimmtheit sagen, aber ich glaube gesehen zu haben, dass es zu diesem Zeitpunkt schon egal war, ob man zur Verteilung der Getränke den rechten Fuß an der weißen Linie hatte. Wichtiger war es uns, alle zu unterstützen, die glühend vor Hitze unseren Stand ansteuerten als wären wir die rettende Oase in der Wüste. Dafür wurde dann auch schon mal der Wasserschlauch bemüht, um die Körpertemperatur des ein oder anderen Radlers wieder auf Normalmaß zu senken.

Tolles Team, toller Tag
Nach über acht Stunden habe ich mir dann um 16 Uhr meine erste Pause gegönnt, da schmeckten sogar die Buletten-Brötchen des Ausrichters, die bei den Außentemperaturen sogar „noch“ warm waren. Tolles Team, toller Tag! Nach dem Abbau habe ich es mir nicht nehmen lassen über die fast noch gesperrte Wettkampfstrecke an den im Stau stehenden Autos zur Laufstrecke an den Main zu rollen, danke an die Männer vom THW, die die Kreuzung Miquelallee für mich gesperrt hielten. Ein paar Eintrachtler und viele Sportler aus aller Welt haben wir noch ins Ziel gepusht, das schönste war allerdings, sich gegen 22 Uhr den ganzen Schweiß von der Haut und das Iso von den Füßen zu waschen.

Text: Miriam Stein | Eintracht Frankfurt Triathlon Abteilung
Fotos: Dieter Mählen | Eintracht Frankfurt Triathlon Abteilung