Ironman Arizona: Angelas Blog
Teil 5: DNF in Arizona

Sport kann ohne Zweifel gnadenlos sein. Ich denke, dass ich alles richtig gemacht habe, ich fühlte mich gut, aber dennoch war es, als wenn die Handbremse angezogen war. Nach Ausreden zu suchen wäre jetzt eine einfache Sache, aber das möchte ich nicht und das ist auch nicht sinnvoll. Dennoch fällt es mir sehr schwer, nach der harten Vorbereitungsphase, in die ich so viel investiert habe, zu begreifen, dass ich einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte. Es war für mich eine schwere Entscheidung, während des Wettkampfes vom Rad zu steigen und aufzugeben.

Rückblickend hatte ich ein paar gesundheitliche Probleme und meine Leistungen waren unausgeglichen. Es gab so manchen Wettkampf, bei dem ich mich ins Ziel gequält habe und mir sagte: „Das ist das letzte Mal.“ Bei einer Langdistanz hat jeder Finisher während des Rennens Probleme. Der Wettkampf ist so lang und hart, dass mindestens einmal die Leidensgrenze erreicht wird und jeder, der bis zum Ziel durchhält, kann stolz auf seine Leistung sein.

Aber allein das Finishen genügt mir nicht, da hätte ich Altersklassen-Athletin bleiben können und ich wäre froh gewesen, das Ziel zu erreichen. Ich habe mich für den Weg des Profis entschieden und da liegt die Messlatte nun einmal viel höher. Für mich heißt es jetzt, Abstand zu gewinnen und bewusst neue Ziele setzen. In Arizona bin ich auf meinem Weg etwas ins Rutschen gekommen, aber ich stehe noch aufrecht und blicke auf jeden Fall positiv nach vorne.

Glückwünsche an die Siegerin Meredith Kessler, die einen hervorragenden Wettkampf gezeigt und verdient gewonnen hat.

Internet: angela-kuehnlein.de
Fotos: motioncompany.eu