Ironman Arizona: Angelas Blog
Teil 1: Jungprofi statt Age Grouper

Hallo liebe www.tritime-magazin.de-Leser!

Mein Name ist Angela Kühnlein, ich bin 29 Jahre jung, lebe in Roth, bin Triathletin und betreibe seit Anfang 2014 meine Passion als Profi. In den letzten Monaten haben mich viele Freunde, Bekannte und Interessierte gefragt, warum ich als Profi starte, obwohl ich halbtags noch als Physiotherapeutin arbeite.

Als Amateur gewann ich in meiner Altersklasse zahlreiche Wettkämpfe, unter anderem beim letzten Ironman in Regensburg (2012) oder beim Ironman Südafrika (2013). In Kona selbst wurde ich 2009 Vierte in meiner Altersklasse. Ich bin mir durchaus bewusst, dass ich durch meinen Wechsel ins Profilager das Risiko auf mich genommen habe, aufgrund des sehr hohen Leistungsniveaus zunächst nicht mehr so häufig auf dem Siegerpodest zu stehen. Aber dieses hohe Niveau ist genau das, was mich reizt: Ich will mit den Besten der Besten an der Startlinie stehen und mich mit ihnen messen.

Dass das Profileben anders und sehr hart ist, habe ich schnell gemerkt. Es ist ja nicht nur damit getan, eine Profilizenz zu erwerben, sondern man sollte ja auch von den Einkünften leben können. Und das bedeutet, ich muss mit meinem Sport Geld verdienen. Schnell schwimmen, radfahren und laufen ist nicht alles! Und ich muss auch dafür sorgen, dass andere sich für mich und meine Passion interessieren. Neben einer guten Öffentlichkeitsarbeit müssen die Beziehungen zu bereits gewonnenen Sponsoren gepflegt werden, neue Sponsoren müssen gesucht und überzeugt werden. Ganz abgesehen davon, im sportlichen Bereich damit zurechtkommen, dass man als Jungprofi ein Rennen auch am Ende des Profifeldes abschließt. Das ist schon ein Leben wie auf Messers Schneide.

Mit Hinblick auf meinen bevorstehenden Ironman in Arizona am 16. November muss ich die immer kürzer und kühler werdenden Tage effektiv nutzen, um mich auf das Rennen vorzubereiten. Außerdem arbeite ich noch in Teilzeit als Physiotherapeutin, um meinen Traum vom Profileben finanzieren zu können. Aber auch das war mir vorher klar! Genauso möchte ich das und ich habe mich entschieden, zu erfahren, wie weit ich komme und was ich sportlich erreichen kann!

Aber ich bleibe auf dem Boden und bin keine Utopistin. Ich weiß genau, was die anderen Profidamen drauf haben und davor habe ich großen Respekt. Ich bin ehrgeizig, hoch motiviert und werde immer mein Bestes geben! Vielleicht werde ich die Weltmeisterschaften auf Hawaii nie gewinnen, aber wenn ich in den Spiegel schaue, kann ich mit gutem Gewissen sagen, dass ich alles versucht habe, es zu schaffen. Denn darum geht es ja eigentlich:

Träume haben, sein Bestes geben und den Mut und die Energie aufzubringen, es durchzuziehen.

Internet: angela-kuehnlein.de
Fotos: motioncompany.eu