Xterra Maui: Kathrins Blog –
Teil 7: 10 schnellere Mädels

Platz 11, nicht mehr und nicht weniger. So richtig fehlen mir noch die Worte. Sicher bin ich in erster Linie sehr enttäuscht, wollte ich doch mehr erreichen, aber andererseits habe ich mich im Vergleich zum Vorjahr steigern können und zumindest an einer Top Ten-Platzierung  geschnuppert.


Alles verlief soweit nach Plan. Die Wellen waren am Rennmorgen hoch und gewaltig, was mir als gute Schwimmerin ein bisschen in die Karte spielte. So schwamm ich auch ganz ordentlich – hatte mich zuvor noch gegen einen zusätzlichen Speedsuit entschieden – und hielt den Rückstand auf die Spitze um Flora Duffy und Nicky Samuels in Grenzen. Zwei Minuten sind nicht wenig, aber in Anbetracht der harten Rad- und Laufstrecke im Bereich des machbaren – dachte ich. Aber meistens kommt es anders und zweitens als man denkt.

So fühlte ich mich wohl etwas zu komfortabel am Hinterrad meiner Mitstreiterinnen und verlor weiter an Boden auf die Spitze, ohne dies zu realisieren. Es ist recht schwierig, ein Rennen ohne Infos von draußen zu gestalten. Leider konnte ich im Rennen auf keine Betreuer am Streckenrand zurückgreifen und bekam so Minute um Minute aufgebrummt. Mit dem Wissen, auf dem Rad nicht alle Energie aufgebraucht zu haben, startete ich zuversichtlich in meinen zweiten Wechsel und lief als sechste auf den 9,8 km langen Trail. Doch schon nach kurzer Zeit spürte ich die schwindenden Kräfte, die Hitze und einfach die leeren Energiedepots in meinem Körper. Wenn der Körper müde ist, zieht der Kopf sehr schnell nach und so kapitulierte ich leider recht früh auf der Laufstrecke und hatte meinen Gegnerinnen nichts mehr entgegenzusetzen.

Ich wollte mehr, habe aber nicht bis zum Letzten kämpfen können. Nach reichlich Eis, Wasser und nochmals Eis im Ziel bleibt die Erkenntnis des Tages: Es gab am heutigen Tag 10 schnellere Mädels. Meine Hochachtung gilt der Wahnsinnsleistung der neuen Xterra Queen Flora Duffy sowie Barbara (Riveros Diaz) auf Rang 2 und Nicky (Samuels) als Dritte. Und ich bin dennoch stolz auf meine Saison, denn ich beende sie auch als Weltmeisterin ;).

Auf bald, eure Kathrin

Kleine Ergänzung: Das Männerrennen entschied zum dritten Mal nach 2008 und 2013 der Spanier Ruben Ruzafa, der sich auch schon in Zittau mit der WM-Krone schmücken konnte. Seine Siegerzeit betrug genau 2:29:56 h. Platz zwei und drei gingen an den Amerikaner Josiah Middaugh in 2:31:11 h und an den Australier Ben Allen in 2:34:50 h.