Xterra Maui 2014:
Kathrin Müller im Interview

Zuletzt aktualisiert am 29. Oktober 2014

Am 26. Oktober findet auf Maui die Xterra Weltmeisterschaft statt. Die weltbesten Crosstriathleten treffen sich auf der zweitgrößten Insel des Südseearchipels, um ihre Champions zu kühren. Auch Kathrin Müller, die die WM in Zittau im August gewinnen konnte, ist auf die Pazifikinsel gereist. Mit diesem Interview eröffnen wir einen kleinen Blog mit täglichen News von Kathrin zum Rennen.

Kathrin, deine Saison war extrem erfolgreich, aber auch extrem lang. Wie ging es nach deinem WM-Titel in Zittau weiter?
Ich hatte mit dem Inferno und dem European Series Finale in Dänemark noch zwei wichtige Rennen anstehen und konnte daher nur kurz feiern. Dafür war der Urlaub danach umso schöner.

Wie ist deine aktuelle Form deiner Meinung nach und wie sah dein Trainingsaufbau nach deinem verdienten Urlaub aus?
Der Wiedereinstieg ins Training verlief weitestgehend planmäßig und war hinsichtlich der langen Saison in Europa recht kurz. Es war sicherlich keine optimale Vorbereitung für Maui, aber ein bisschen Energie sollte am kommenden Sonntag noch in meinem Körper stecken. Ich konnte den sommerlichen Herbst im heimischen Freiburg sowie am Gardasee sehr gut zur Vorbereitung nutzen.

Eigentlich hattest du in deiner Saisonplanung Maui gar nicht eingeplant. Warum? Und was hat dich zum Umdenken bewogen?
Maui ist ein sehr spezielles Rennen, sehr kostspielig und nur wirklich lohnend, wenn man entweder zum ersten Mal anreist oder den Plan hat, richtig gut zu sein. Meine Premiere feierte ich 2013 auf der Insel und habe die Erfahrung gemacht, dass eine lange europäische Saison sowie die völlig anderen Bedingungen auf der Insel, ein erfolgreiches Abschneiden nicht unbedingt erleichtern. Nach der unerwartet gut verlaufenen Saison 2014, hoffe ich dieses Mal auf ein sehr gutes Rennen auf der Insel. Deshalb bin ich angereist! Finanziell ist Maui ein extremer Aufwand, der erst einmal gestemmt werden muss.

Letztes Jahr warst du auf Maui nicht unter den Top Ten. Was hast du dir für dieses Jahr vorgenommen?
Als Weltmeisterin möchte ich mich natürlich nicht unter Wert verkaufen und eigentlich auch ganz vorne mitspielen. Dass es für das Podium reicht, kann ich nicht erwarten oder planen, aber ich werde alles dafür geben. Maui ist das i-Tüpfelchen für meine Traumsaison 2014, da möchte ich auf jeden Fall gerne zufrieden und glücklich finishen.

Liegen dir die Strecken auf Maui und wie versuchst du dich, vor Pannen auf dem Rad abzusichern?
Radtechnisch mache ich nichts Besonderes, sondern vertraue – wie bei jedem anderen Rennen auch – auf mein Material. Besonderer Kettenwachs gegen den hartnäckigen roten Sand ist sicher empfehlenswert. Die Strecken ansich sind anspruchsvoll, technisch fahrbar und vor allem kräfteraubend. Nichts, was ich mir nicht zutraue. Den neuen Kurs kenne ich noch nicht, daher bleibt ein kleines bisschen Spannung bis zum Schluss.

Wie sieht es mit der Konkurrenz auf der Pazifikinsel aus? Wer ist bei den Frauen am Start? Bist du gegen alle diese Mädels in der Saison 2014 schon gestartet und wen siehst du als härteste Konkurrentin an?
Ganz ehrlich? Keine Ahnung. Noch sind einige Tage Zeit und ich beschäftige mich mit der Konkurrenz so wenig wie möglich. Einige ITU-Mädels werden sicher wieder dabei sein, auch welche, die ich noch nicht im Gelände gesehen habe. Wer die Vorjahressiegerin Nicky Samuels (NZL) schlagen kann, wird sicher ganz vorne mit dabei sein können. Sie ist 2014 vielleicht stärker denn je.

Hast du die Reisekosten nach Maui über Sponsoren abdecken können oder musstest du selbst in die Tasche greifen?
Mein Skinfit Racing Team und ein, zwei kleinere Partner unterstützen mich nach besten Möglichkeiten das ganze Jahr über und dafür bin ich sehr dankbar. Maui spielt bei dieser Unterstützung aber keine zusätzliche Rolle. Das Rennen fällt also eher ein bisschen aus dem finanziellen Rahmen. Crosstriathlon ist leider immer noch eine Randerscheinung in der großen Welt des Sports und basiert in erster Linie auf Eigenfinanzierung. Letztendlich habe ich es am Sonntag selbst in der Hand, wer die Finanzen trägt. 😉

Merkst du schon etwas von deinem Erfolg in Zittau? Ist es leichter geworden, für nächstes Jahr Sponsoren zu finden und wie wichtig wäre nun noch ein Podestplatz auf Maui für dich?
Nein, leider nicht. Die prompte Aufmerksamkeit nach dem Titelgewinn hielt nur ein paar Tage an und ich bin sehr schnell wieder auf den Boden der Tatsachen gelandet.

Danke, Kathrin für das Interview und viel Erfolg fürs Rennen

Text und Foto: Meike Maurer