Rookie Jan goes Challenge Rimini (II)

Nach dem Entschluss 2014 mit Triathlon durchzustarten, fing Jan Bartols erst mal an, sich Gedanken über sein Training zu machen. Dass Triathlon-Training nicht immer Vollgas heißt und Sport nicht immer weh tun muss, hat er dabei relativ schnell herausgefunden. Aller Anfang ist schwer und mache Erfahrungen muss man bekanntlich selber machen. Gutgemeinte Ratschläge anderer können am Trainingsanfang manchmal schnell und unbeabsichtigt in einem Schwall von Übermotivation verpuffen. Das wurde mir nach einigen lehrreichen Erfahrungen auch schnell klar.

Man muss und darf wirklich nicht immer nur Vollgas geben! Das sagt sich einfach, aber für mich bedeutete Sport oder jede Art von Freizeitbeschäftigung immer „Anschlag“. In der Jugend beim Tennis – Vollgas bis zum Vizekreismeister. Zwischendurch der Gang ins Fitnessstudio zum Muskelaufpumpen … natürlich auch immer bis zur völligen Erschöpfung. Auch beim Motorradfahren hieß die Devise „alles geben“. Die Folge: diverse unbeabsichtigte Abflüge. Beim Kitesurfen konnte ich mich bis zum Rippenbruch auspowern oder auch gerne mal nach einer Vollgaseinheit beim ersten abendlichen Strandbier einfach wegpennen.

Jan’s Tipps für Einsteiger
Diese Grundeinstellung, immer alles bis zum Anschlag zu betreiben, und das allgegenwärtige Sportmotto „nur wenn´s brennt, bringt es auch etwas“ ist beim Triathlon und speziell für mich beim Schwimmen absolut tödlich. Ich habe es relativ schnell kapiert, dass die gut gemeinten Tipps der anderen Triathleten im Schwimmbad nicht einfach nur leere Worte waren. Und so bin auch ich einfach mal langsam geschwommen. Und siehe da, mit ruhiger Atmung und einem gleichmäßigen Tempo ging es sogar mit meiner ungeliebten Disziplin im kalten Nass vorwärts. Der Puls ging tatsächlich runter und nach den ersten 500 Metern am Stück war ich stolz wie Bolle. Von der nicht gerade beliebten Pflichtdisziplin mauserte sich das Schwimmtraining zum „hey-heute-hab-ich-schwimmen-wie-geil-event“. Übrigens: Es ist immer gut, wenn man sich einem Verein mit ein paar erfahrenen Leuten anschließen kann, die einem mit ein paar wertvollen Tipps weiterhelfen können.

Das richtige Maß an Trainingseinheiten und Regeneration zu finden, fällt mir allerdings immer noch nicht unbedingt leicht und hängt auch stark mit der richtigen Ernährung und den manchmal etwas zu seltenen ausgeführten Dehneinheiten zusammen. Meine ewige Angst vor Krämpfen ist nicht besser geworden. Diese treten auch immer mal wieder überraschend oder auch gerne mit Ansage auf. Von den Einheiten her habe ich von anfangs drei Ruhetagen in der Woche und einer Einheit am Tag auf zwei Ruhetagen mit an den Wochenenden auch zwei Einheiten am Tag erhöht und fühle mich ganz wohl damit. Beim Radfahren habe ich zugegebener Weise die langen Grundlagen Ausdauereinheiten ein bisschen vernachlässigt. Die sind für den Sprint aber hoffentlich auch nicht ganz so wichtig. Aber eigentlich weiß ich: lieber mal ein bisschen länger und wirklich locker fahren als immer nur kurz und schnell. Durch eine hartnäckige Erkältung und schlechtes Wetter habe ich aber meistens zuhause auf meinem Spinnigbike 60 bis 90 Minuten am Stück trainiert. Allerdings ist das überhaupt nicht vergleichbar damit, wenn man auf dem Renner durch die Natur düst und sich am Berg einen abzappelt. Deswegen versuche ich jetzt schon mindestens zwei Mal die Woche aufs Bike zu kommen, um mindestens zwei Stunden zu radeln.

Da ich die letzten Jahre viel gelaufen bin, ist die Abschlussdisziplin ganz eindeutig meine Paradedisziplin, und geht mir somit auch relativ locker von der Hand. Deswegen wollte ich jetzt eigentlich ein bisschen mehr am Tempo arbeiten. Der erste 10-Kilometer-Lauf sah auch ganz vielversprechend aus… bis ich Seitenstechen bekam und nach 8 Kilometer die Muskeln schmerzten. Ganz so einfach ist das mit dem Tempotraining dann wohl leider auch nicht. Drei Laufeinheiten die Woche schaffe ich meist und die versuche ich auch zu variieren. Das bedeutet: mal 5 Kilometer mit schnellerem Tempo, mal 10 bis 15 Kilometer langsam, und auch bei den Strecken wechsel ich durch. Ich habe zum Beispiel bergige Strecken durch den Wald oder eher flache Routen am Fluss entlang – mal lauf ich alleine, mal mit Begleitung.

Aber man wird sehen. Ich denke jedenfalls, dass ich mich halbwegs sinnvoll vorbereitet habe, aber man weiß ja bekanntlich nie. Der Bericht zum Rennen in Rimini folgt.

Text: Jan Bartols